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Minijob-Änderungen ab 2013 – Das ist zu tun -

28-01-2013 10:15

In Kürze dargestellt betrifft dies folgende Sachverhalte:

  1. Erhöhung der Verdienstgrenze für geringfügige Beschäftigungen von 400 auf 450 € und Rentenversicherungspflicht , die allerdings abwählbar ist.
  2. Erhöhung der Verdienstgrenze für sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse in der Gleitzone von 400,01 bis 800,- € um je 50 € auf nun 450,01 bis 850,- €
  3. Erhöhung der Mindestbemessungsgrundlage für rentenversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse von 155 € auf 175 € bei geringerem Beitragssatz von 18,9 %

Die Regelungen sind m einzelnen für Sie nachlesbar z.B. in einer Arbeitgeberinformation der Knappschaft Bahn-See /Minjobzentrale auf der Internetseite www.minijob-zentrale.de.

Die Neuregelungen gelten sowohl im gewerblichen Bereich wie auch für den Privathaushalt.

Zu den Änderungen Nr. 2 und 3 sollten Sie mit Ihrem Lohnbüro Kontakt aufzunehmen, um die notwendigen Änderungen zu veranlassen.

Ihre Handlungsoptionen bei Minijobs

  • Bei bestehenden Arbeitsverträge: Wenn das Entgelt nicht die 400,- €-Grenze überschreitet, gelten die alten Regelungen weiterhin, und Sie müssen nichts tun. Insbesondere bleibt es bei einer Rentenversicherungsfreiheit, falls der Arbeitnehmer nicht ausnahmsweise zu Beginn des Arbeitsverhältnisses die Rentenversicherungspflicht gewählt hat ( sog. „opt in“ Modell).

 

  • Bei neuen Arbeitsverträgen und Erhöhung des Verdienstes über 400,- € hinaus bei bestehenden Arbeitsverträgen: Es tritt nach der Neuregelung automatisch Rentenversicherungspflicht ein! Der Arbeitnehmer kann aber zur Rentenversicherungsfreiheit optieren (sog. „opt out“ Modell). Die einmal getroffene Wahl bindet Ihren Arbeitnehmer bis zur Beendigung des Arbeitsvertrages.

Wollen Sie die Steuer- und Abgabenvergünstigung für Minijobs voll ausnutzen, dann müssen Sie folgendes veranlassen:

  1. Machen Sie einen Nachtrag zum bestehenden Arbeitsvertrag. Ein Muster ist bei Ihrem Steuerberater sicher verfügbar.
  2. Weisen Sie den Mitarbeiter durch Aushändigung des Merkblattes der Knappschaft Bahn-See ausdrücklich auf die Folgen einer Abwahl der Rentenversicherungspflicht hin. Die Aufstockung durch eigene Beiträge kann im Einzelfall Sinn machen.
  3. Lassen Sie sich das Formular „Befreiung von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nach § 6 (1b) SGB VI“ unterschreiben. Prüfen Sie auch vorsorglich, ob die bestehenden Arbeitsverträge eine Klausel zur Möglichkeit der Rentenversicherungspflicht enthalten.
  4. Nehmen Sie das Formular zu den Lohnakten, es ist aufbewahrungspflichtig.

 

Bitte beachten Sie diese Vorschriften genau, da sie voraussichtlich Schwerpunktthema bei den nächsten Sozialversicherungsprüfungen werden.

 

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